Grüne Gentechnik?? – Nein danke!!

Über 80 % der Deutschen möchten keine gentechnisch veränderten Nutzpflanzen auf Deutschlands Feldern. Dennoch hat sich unsere Bundesregierung zum Genmais 1507 enthalten. In der Abstimmung hat es keine ausreichende Mehrheit zur Ablehnung gegeben, womit nun die EU-Kommission entscheidet. Wie diese Entscheidung ausgehen wird, können wir uns denken. Ich habe mit meiner Gruppe „Besser leben ohne Gifte“ viele eMails an Tonio Borg (EU-Kommission) geschrieben, wir haben Petitionen unterschrieben. 12 EU Länder haben sich ebenfalls in einem Appell an die EU-Kommission gewandt um die Zulassung des Genmais 1507 noch zu verhindert. Die Hoffnung, dass der Mais noch verhindert werden kann, ist aber sehr gering.

Was es nun angesichts dessen und auch des geplanten Freihandelsabkommens auch für uns Europäer bedeutet, brauchen wir wohl nicht extra zu erwähnen. Wenn dann noch, wie in Amerika von den Konzernen geplant, durchgesetzt wird, dass auf die Deklaration von GV-Lebensmitteln verzichtet werden darf, dann haben wir, die Verbraucher, überhaupt keinen Überblick mehr, über das, was wir essen.

Die Befürworter der Gentechnik, also größtenteils die Konzerne und die von ihnen bezahlten und geförderten Wissenschaftler und Institute begründen die Notwendigkeit der  genetisch veränderten Nahrungsmittel unter anderem damit, dass die Weltbevölkerung so angewachsen sei, dass es anders nicht mehr möglich wäre, die Menschheit gesund und nährstoffreich zu ernähren. Dass das aber so nicht stimmt sagen immer mehr Bauern, Landwirte, Forscher  und Wissenschaftler. Natürlich ist es angesichts unserer ausgelaugten Riesenfelder mit Monokulturen sowie den riesigen nicht enden wollenden Äckern, die für den Anbau von Tierfutter für die Massentierhaltung genutzt werden, kaum noch möglich, Lebensmittel mit genügend Nährstoffen zu produzieren. Aber genau dafür sind ja auch eben diese Großkonzerne mit ihrer Profitgier verantwortlich, dass es überhaupt erst dazu gekommen ist. Ebenso wie die vielen vielen Verbraucher, die immer noch blind konsumieren und nicht nachdenken, WEM sie da ihr Geld geben und was das für die Umwelt, Tiere und letzten Endes uns alle für Konsequenzen nach sich zieht.

Es muss endlich umgedacht werden, es ist schon fast zu spät!! Und Großkonzerne und/oder  Gentechnik bringen uns  ganz bestimmt NICHT dahin, die Weltbevölkerung satt zu machen, oder uns ohne Vitamin- und Mineralienmangel ein Leben lang gesund zu erhalten. Wo bleibt denn die Pharmaindustrie, wenn wir auf einmal nicht nur satt werden, sondern angeblich gleichzeitig alle nötigen Vitamine, Mineralien und Spurenelemente sowie sonstige wichtige Inhaltstoffe zu uns nehmen? NEIN, dass Interesse liegt gewiss nicht darin, uns gesund steinalt werden zu lassen! Das würde ja auch vollkommen gegen deren Aussagen sprechen, dass die Welt überbevölkert sei!

Gentechnik bringt uns vielmehr weiter in Abhängigkeit von einigen wenigen Großkonzernen, die Patente auf ihre GVO´s anmelden und so alleinige Rechte an Pflanzen besitzen.

Gentechnik bringt uns mutierende Pflanzen und Super-Unkräuter gegen die nicht einmal mehr der Allestöter „Roundup“ (Glyphosat) gewachsen ist.

Gentechnik und Monokulturen bringen uns vergiftete Böden durch Glyphosat und damit sterbende Insekten, Vögel und andere Tiere.

Gentechnik sorgt dafür, dass unsere für uns so lebenswichtigen Bienen in Scharen sterben,  durch Pflanzen, die in der Lage sind, selbst alle möglichen Arten von  Pestiziden zu entwickeln.

Die Saatgut-Konzerne bringen uns ebenfalls Pflanzen, die so umgezüchtet wurden, dass sie selbst keine Samen mehr produzieren können und uns daher immer abhängiger von der Saatgutindustrie machen. Bauern sind gezwungen, jedes Jahr neues teures Saatgut zu kaufen und ebenfalls haufenweise Glyphosat, welches natürlich ebenfalls von den Konzernen verkauft wird.

Gentechnik bringt uns kontaminierte Bioprodukte wie beispielsweise Honig, der nicht mehr verkauft werden kann, wodurch immer mehr Bio-Bauern oder Imker, die Bio-Honig produzieren, die Segel streichen müssen und ruiniert werden.

Das was uns die Globalisierung und die Machtkonzentration in der Lebensmittelindustrie auf einige wenige Konzerne gebracht hat, kann mit Sicherheit nicht wieder durch ebendiese Konzerne zum Allgemeinwohl gut gemacht werden. Und wieso pochen gerade diese Konzerne samt ihren Wissenschaftlern darauf, dass wir ihnen in Sachen Gentechnik nun vertrauen, wo sie uns doch dorthin gebracht haben, wo wir heute sind???

Was hat uns denn die Nährstoffe aus unseren konventionell angebauten Lebensmitteln gezogen, die wir nun durch Gentechnik wieder ausgleichen wollen?  Viel zu frühes, unreifes Ernten, Monokulturen, lange Transportwege, Kühllagerungen, gezielte Reifeverzögerungen. Das Obst und Gemüse, welches dann sowieso kaum noch Nährstoffe enthält, wird zum guten Schluss auch noch reichlich gespritzt und macht uns dann nicht nur schlapp, sondern auch krank! Würden wir regional kaufen und die Bauern auf Monokulturen verzichten und sich der Mischkultur oder Permakultur zuwenden, hätte unser Gemüse und Obst auch wieder die Nährstoffe, die es hatte, BEVOR die Konzerne kamen und mit ihren Gewinnmaximierungs-Techniken dafür gesorgt haben, dass wir beispielsweise Tomaten oder Salate kaufen müssen, welche in tausenden von Kilometern Entfernung angebaut und geerntet wurden.

Wir bräuchten keine gentechnisch veränderten Nahrungsmittel mit modifizierten Nährstoffen,  wenn wir endlich lernen würden, wieder von Monokulturen auf regionale Permakultur umzusteigen. Wir brauchen wieder Obst und Gemüse, und auch Fleisch und Milchprodukte, die regional produziert werden und die alle Nährstoffe haben, die sie von Natur aus sowieso mitbringen.

Wir bräuchten nicht jeden Tag massenhaft Fertigessen in uns reinzustopfen und dennoch nicht satt zu werden. Ebenso bräuchten wir nicht soviel Massentierhaltungsfleisch  und –milchprodukte in uns reinzustopfen, die uns immer kränker machen.

Es ist längst erwiesen, dass beispielsweise bei weniger Konsum von Fleisch und Milchprodukten, viel weniger Felder mit Monokulturen und genetisch verändertem Soja, Mais oder Getreide gepflanzt werden müssten. Man hätte viel mehr Platz für den Anbau von Gemüsen und für Mischkulturen der Permakultur.

Ich lebe selbst zwar fast vegan, akzeptiere aber, wenn man auf Fleisch nicht verzichten möchte. Genauso denke ich aber, dass fast Jeder von uns bereit wäre, viel weniger Fleisch oder Milchprodukte zu konsumieren, wenn dieses gleichzeitig bedeuten würde, dass man zukünftig auf Massentierhaltungen in Ställen, wo die Tiere weder Tageslicht, noch ihre Nachkommen sehen, geschweige denn, sich bewegen können, verzichten würde, genauso wie auf Hormone für Hochleistungskühe oder Antibiotika für die ständig entzündeten Körper der Tiere. Früher gab es auch höchstens einmal in der Woche Fleisch, was war daran so verkehrt?

Zudem ist es ebenfalls so, dass wir viel weniger Essen in uns reinstopfen müssten, wenn die Lebensmittel, die wir verzehren, wieder biologisch und nachhaltig angebaut würden und dadurch ihre natürlichen Nährstoffe wieder hätten. Ebenso wie Frischmilch oder frisches, gutes Fleisch! Wir wären viel schneller satt, bräuchten weniger Essen und die Fettleibigkeit der Bevölkerung der reichen Industrieländer wäre ganz bald stark rückläufig.

Nein, es sind nicht die gentechnisch veränderten Pflanzen, die wir von den Konzernen brauchen, und wir brauchen auch  nicht deren Gift, mit denen wir unsere Äcker bespritzen sollen. Es ist auch nicht deren industrieller Fertigfraß aus GVO´s mit Glutamat oder Aspartam oder sonstigen chemischen Zusätzen, das wir brauchen. Es ist DAS, was sie uns genommen haben: frische, gesunde Nahrungsmittel, die alles beinhalten, was wir brauchen um gesund zu bleiben!

Was können wir also tun?

Nun, es liegt zu allererst einmal in unseren Händen, was wir kaufen. Wir sollten Fleischprodukte aus Massentierhaltungen tunlichst meiden, genauso wie konventionelle Milch- und Milchprodukte oder Eier. Wer auf Fleisch-, Eier- Wurst- und Milchprodukte nicht verzichten kann oder möchte, aber dennoch WIRKLICH etwas tun will, kann bei Biobauern einkaufen. Im Internet kann fast jeder Bio-Höfe in seiner Nähe finden. Beim Biobauern findet man ebenso saisonales Obst und Gemüse. Viele Biobauern haben in ihren Läden auch noch zugekaufte Bioprodukte, so dass das Angebot meist recht gut ist. Die zweite Wahl ist der Bioladen, auch hier findet man zwar nicht immer regionale Produkte, aber zumindest immer noch relativ gute Bio-Ware. Dabei sollte man wissen, dass Bio nicht immer gleich Bio ist. Demeter, Bioland und auch Naturland haben beispielsweise strengere Richtlinien als das normale Biosiegel. Diese Produkte wären also immer noch vorzuziehen. Dann gibt es Biomarken, von Herstellern, die ausschließlich Bio-Produkte in ihrem Sortiment haben. Auch hier kann man im Grunde genommen zugreifen, sollte aber hier schon auf die Inhaltsangaben schauen. Oft wird beispielsweise Palmfett verwendet, welches man eigentlich meiden sollte, da hierfür ganze Palmwälder gerodet werden. Bio aus dem Supermarkt würde ich persönlich nicht empfehlen, da hier auch Hersteller bei sind, die nicht ausschließlich Biowaren produzieren, sondern einfach neben ihren konventionellen Produkten auch eben mal Bioprodukte mit anbieten um ihren Profit zu steigern. Und das würde ich nicht mit meinem Geld unterstützen wollen.
An den, der etwas tun möchte kann ich also nur nochmal appellieren: Kauft von Bauern in eurer Nähe, kauft REGIONAL und SAISONAL und wenn ihr könnt BIO!! Unterstützt die kleinen und mittelständischen Bauern in eurer Nähe und NICHT länger die Konzerne!!!

Auch ansonsten könnt ihr viel tun:

  • – Helft, die Leute aufzuklären

  • – Geht mit auf Demos (auch wenn ihr der Meinung seid, sie bringen nichts, ihr werdet gesehen,ihr könnt Passanten aufmerksam machen, ihr fallt auf!)

  • – Unterstützt Petitionen (auch hier kann man geteilter Meinung darüber sein, ob sie überhaupt etwas bringen, aber einige Petitionen haben schon etwas erreicht, und man soll sehen, dass wir immer mehr werden, die sich kümmern)

  • – Schreibt unsere Damen und Herren Politiker direkt an, und schreibt ihnen, was ihr von ihnen erwartet. Unsere Gruppe hat beispielsweise fast sämtliche Abgeordneten angeschrieben um ihnen mitzuteilen, was sie über die Enthaltung zum Genmais 1507 denken und was sie von ihnen fordern. Auch hier könntet ihr nun die Nase rümpfen und sagen, dass sie unser Geschreibsel sowieso nicht lesen oder sich nicht interessieren. Ja, das mag auch sein, aber erstens haben fast ausnahmlos alle Abgeordneten auf diese Mails geantwortet (wenn auch das übliche Polititker-Blabla) und zweitens sollen sie sehen, dass wir unbequem werden, dass sie uns nicht mehr ignorieren können, dass wir uns interessieren und dass wir fordern, dass sie das werden, was sie zu sein haben: Volksvertreter und nicht Konzernvertreter!!!!

Ihr könnt viel tun!! Nur eines bitte nicht: denken, dass wir NICHTS tun können!!!

Petra Bezen

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