Wiese vs. Rasen

Jetzt ist sie wieder da, die Zeit des gepflegten Vorzeigerasens.

In den Baumärkten findet man derzeit wieder alles was das Gartenbesitzerherz begehrt.

Für einen perfekten Rasen findet ihr hier: Vertikutierer, Rasenlüfter, Kultivierer, Rasenkantenschneider, Handmäher, Elektromäher, Aufsitzmäher, Benzinmäher, Rasentrimmer, Nachsaat, Dünger, Unkrautvernichter, Saatgut für Schatten-, Sport-, Spiel-, Zierrasen und was weiss ich nicht noch alles an Waren, die dem deutschen Rasenfreund das Geld aus der Tasche ziehen sollen.

Für eine Wiese findet ihr hier: nichts!

Für einen ordentlichen Rasen müsst ihr: vertikutieren, düngen, lüften, ständig mähen, trimmen, nachsäen, Unkraut vernichten, Wühlmäuse töten und Maulwürfe vertreiben, „Rasen betreten verboten“-Schilder aufstellen, aufpassen, dass nicht zu sehr auf dem Rasen getobt wird, drei bis vier Wochen nach dem vertikutieren und nachsäen um die bearbeiteten Stellen herumlaufen und noch viel mehr derlei Dinge.

Für eine schöne natürliche Wiese müsst ihr: nichts!

Von einer Wiese habt ihr: eine Farbenpracht durch Gänseblümchen, Löwenzahn, Kleeblumen, Bienen, Hummeln, Schmetterlingen, mehr Freizeit um den Garten zu genießen, eventuell fröhlich spielende Kinder, vielleicht einen Maulwurf, Zeit zum relaxen bei jedem Sonnenstrahl, natürlichen Boden und hier und da mal ein leckeres Wild- oder Heilkraut und last but not least, eine völlig stressfreie Gartensaison, und sollte ein Garten nicht genau dazu da sein? Um ihn zu genießen anstatt sämtliche Baumarkt-Gartenabteilungsartikel Jahr für Jahr dort rein- drüber- und draufzuknallen?

Von einem Rasen habt ihr im Gegenzug zu der ganzen Arbeit und der Geldausgeberei : nichts!

Es erfreut lediglich die pingeligen Augen des Nachbarn und die Gartenindustrie reibt sich die Hände…

Jeden Samstag morgen bei schönem Wetter hört und sieht man sie aus allen Ecken heraus eilen, die Rasenmäher mit ihren Rasenmähern, sie mähen jeden Halm ab und was nicht akkurat geschnitten wurde, wird mit der Handschere weggeschnitten.Dem Rasenrand rückt dann der Rasenkantenschneider noch zuleibe. Ein Treiben von morgens bis abends, Ruhezeiten gibt es kaum, und abends wird dann völlig erschöpft der Grill rausgeholt.

Und ich? Ich liebe mittlerweile meine Wiese und überlasse einen totgepflegten Rasen gerne jedem anderen. Mein Portemonnaie bleibt ebenfalls geschont und ich freue mich über jeden einzelnen Gartenmitbewohner aus Flora oder Fauna. Habe sogar Zeit für einen Gemüsegarten und werde mit reicher Ernte beschenkt. Und: es bleibt sogar genug übrig um auch den rasenpflege-gestressten Nachbarn eine Schüssel Tomaten oder Gurken über den Zaun zu reichen. Den ein oder anderen hab ich schon zum Nachdenken bewegt, die Natur freut´s, die Konzerne weniger…

In diesem Sinne wünsche ich allen eine wunderschöne Gartensaison!

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