Bist du nun für oder gegen Pegida?

Hier eine öffentliche Antwort auf immer wieder die gleiche Frage in den letzten Tagen, die an mich gestellt wurde: „Bist du für oder gegen Pegida?“

Als Pazifistin, Humanistin und Anarchistin kann ich nur sagen: Ich bin nichts davon. Ich muss mich nicht für eins der beiden Lager entscheiden.

In beiden Fällen wäre ich gegen Menschen und ich bin nicht gegen Menschen. Auch wenn Angela Merkel in ihrer Neujahresansprache sagt, wir sollten uns gegen diese Menschen wenden, die mit Pegida auf die Straße gehen: ich wende mich nicht gegen diese Menschen.

Für mich ist Pegida eine Inszenierung der übelsten Sorte. Ins Leben gerufen um unzufriedene Menschen aufzusammeln, sie mit Rechtsextremen zu vermischen und gleichzeitig eine Gegenseite aus dem Hut zu zaubern. Wir werden gespalten und von unserer eigenen Kanzlerin noch dazu aufgefordert. Wenn ich dagegen bin, dass Menschen gegen Menschen auf die Straße gehen, dann stehe ich nicht auf und gehe auf die andere Seite ebenfalls gegen Menschen auf die Straße und sorge so womöglich noch für Straßenschlachten.

Und da die Medien uns seit langem zeigen, was wir sehen SOLLEN, und sie von morgens bis abends Pegida zeigen, ist für mich klar, was hier gespielt wird, und ich spiele da nicht mit. Mir ist im Prinzip schon dieses Post hier zuviel.

Und grundsätzlich: ich finde es im Moment – und eigentlich auch sonst – nicht gut, gegen Menschen auf die Straße zu gehen. Daher werde ich nicht GEGEN Pegida auf die Straße gehen. Und aus dem gleichen Grund werde ich auch nicht mit Pegida auf die Strasse gehen. Gruppierungen oder Demonstrationen gegen Länder, Religionen oder Menschengruppen zu bilden halte ich für gefährlich und absolut falsch. Das hat automatisch zur Folge dass man direkt gegen andere Menschen mobil macht und das läuft auf Spaltung und Streit hinaus.

Ich finde es z.b. etwas ganz anderes, als gegen Fracking, Gentechnik oder Chemtrails auf die Straße zu gehen. Denn da mache ich aufmerksam auf DINGE gegen die ich bin und über die ich durch die Aufmerksamkeit informieren möchte. Klar geht das auch indirekt gegen Menschen, die z. B. Für Gentechnik sind, aber die Kritik richtet sich dann nicht direkt gegen den Menschen selbst. …

Aber am allerbesten und effektivsten finde ich es, wenn man zielgerichtet FÜR etwas ist. Erstens geht man dann schon automatisch schon in eine richtige neue Richtung, zweitens sind nicht die negativen Energien da, die man weckt, wenn man gegen etwas ist, sondern positive.

Prinzipell ist gegen etwas zu sein nicht schlecht, um zu sehen, wo ich eigentlich stehe, wie ich mich positioniere und um mich orientieren zu können, was ich überhaupt will. Aber eine Bewegung gegen etwas ist ins Leere gerannt, und eine Bewegung die gar gegen Menschen ist, bewirkt NIE etwas Gutes.

Wir müssen schon erkennen gegen was wir sind, damit wir auch sehen können was wir wirklich wollen und dafür kann man sich als Bewegung einsetzen. Bin ich nur gegen etwas, kann ich zwar etwas zerstören, was aber noch lange nicht heißt, dass ich auch in der Lage bin, etwas Neues aufzubauen.

Bei Menschen die gegen etwas rennen, habe ich immer ein Bild vor Augen, dass einen wütenden Mob zeigt, der nachts mit Fackeln und gröhlend gegen etwas rennt um etwas zu vernichten. Nicht gerade das, was ich Menschen nennen würde, die etwas verändern können, selbst wenn sie imstande sind, etwas zu vernichten. Ein anderes Bild habe ich vor Augen, wenn ich mir eine Gruppe menschen vorstelle,die mutig und optimistisch mit Leidenschaft für etwas eintritt. Denen trau ich was zu, den anderen nicht, sie verschwenden nur ihre Energie.

Und auch wenn meine Meinung zur Pegida ist, dass sie genauso gewollt wurde, um uns zu spalten, werde ich nicht GEGEN sie auf die Straße gehen. Wenn ich nun gegen Pegida bin, bringt es nichts, gegen diese Menschen auf die Straße zu gehen, von denen viele ja auch gar nicht das sind, als was sie dargestellt werden.

Wenn wir also eine Bewegung gründen würden, wie z. B.für den Erhalt der Kulturen, der menschlichen Vielfalt (beim Saatgut rennen wir dafür Sturm), und Individualität , der Selbständigkeit und Souveränität der Völker und der Einhaltung von Menschenrechten, für Freiheit der Menschen, für den sorgsameren Umgang mit unserer Natur und unseren Tieren, für mehr Menschlichkeit untereinander usw. Und dafür einen passenden einprägsamen Namen finden würden, fänd ich das gut und wäre bestimmt dabei. Wir gehören zwar alle zusammen, aber wir müssen nicht alle gleich sein. Im Gegenteil. In unserer großen Gemeinschaft der Menschen individuell bleiben zu können, bereichert uns. Die Gleichmacherei nimmt uns Individualität, macht uns zu Klonen und austauschbar, ersetzbar, unnötig! Unsere Einzigartigkeit ist das, was uns ausmacht. Ohne Wertung! denn wir sind alle gleichviel wert, und brauchen Unabhängigkeit und Freiheit.

Wenn wir als Bewegung DAFÜR auf die Straße gingen, dann erübrigt es sich, gegen andere auf die Straße zu gehen, und ich wette, dass in dieser Bewegung Menschen aus beiden „Lagern“ zu finden wären und die Organisatoren der Pegida wären eine Menge ihrer Leute los.

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